Kjärmes [Kurzgeschichte]
Bild von Marc Pascual auf Pixabay Ich wohne in einer Seitenstraße, in der den größten Teil des Jahres über Schritttempo herrscht. Nicht, dass dies die Idioten auf der Suche nach einer Abkürzung davon abhalten würde, mit achtzig Sachen hier lang zu brettern und die alten Leute aus dem Altersheim, Schulkinder auf dem Nachhauseweg oder Mütter, die ihre Babys zum Arzt bringen, umzufahren. Aber darum geht es nicht einmal. Denn einmal im Jahr wird aus meiner Straße die Hauptstraße des kleinen Ortes, nämlich dann, wenn Kirmes ist. Kirchweih, Jahrmarkt, wie auch immer ihr es nennen wollt. Dann ist hier die Hölle los, verkehrstechnisch, und die einzige Zeit im Jahr, wo alle gezwungenermaßen langsam fahren. Und zu dieser Zeit spielt die Geschichte. An einem sonnigen September-Sonntag. Ich war allein zuhause und beschloss, mir auf dem Festplatz in der Ortsmitte etwas zu Essen zu holen. Currywurst oder Pilzpfanne, einen Schokoladenapfel. Dafür musste ich nicht nur meine Straße hinunter, vorbe...