Montag, 29. Februar 2016

Blog Parade: Lieblingsdinge

Ein außergewöhnliches Souvenir


Ich bin durch die Google+ Communities auf die Blogparade von Herrn Kussin auf seinem Blog Sprachrhythmus aufmerksam geworden. Er hatte aufgerufen, die Geschichte eines Lieblingsdings zu beschreiben. Ich habe auf diese Weise einige interessante Geschichten gefunden und möchte nun, so kurz vor Schluss, meine eigene mit einreihen. Es geht um ein Souvenir von meiner Exkursion in Südafrika.
 

Souvenirs


Ich habe eine Menge Sachen aus Namibia und Südafrika mit nach Deutschland gebracht. Allen voran Reste von rotem namibischem Sand in sämtlichen Schuhen und Kleidungsstücken. Das Wichtigeste für mich ist allerdings der Stachel eines Stachelschweins. Das liegt nicht daran, dass ich eine besondere Begegnung mit einem dieser Tiere gehabt hätte, denn Stachelschweine gehörten zu den Tieren, die wir nicht zu Gesicht bekommen haben, sondern an der Art, wie ich den Stachel bekommen habe.

Lawrence


Wir hatten in Südafrika zwei Busfahrer, einer von ihnen trug den Namen Lawrence und war wirklich bemüht, uns sein Land näher zu bringen, und interessiert an allem, was wir über Deutschland, über Biologie und über Geologie zu erzählen hatten. Vor allem war Lawrence aber interessiert an den Menschen, die er den ganzen Tag in seinem Bus durch die Drakensberge und die Umgebung von Pretoria und Johannesburg kutschiert hat.

Ich fühlte mich zu dem Zeitpunkt trotz oder gerade wegen der vielen neuen Eindrücke depressiv und einsam. Ich war einerseits überwältigt von der Landschaft und den unglaublich offenen und freundlichen Menschen überall, andererseits hatte ich nach drei Wochen Afrika und einer Menge Stress mit Dozenten und Kommilitonen einfach nur Heimweh.

Ich weiß nicht, ob und wenn ja, woran Lawrence gemerkt hat, dass ich ein wenig Unterstützung gebraucht habe, aber er hat sich mich offensichtlich als Lieblingsfahrgast auserkoren. Wann immer wir abends zusammengesessen hatten, kam er zu mir und hat mich aufgefordert, mich mehr einzubringen. Er hat mir einige Kleinigkeiten über die Kultur Südafrikas beigebracht, wir hatten anregende Diskussionen über Natur und Politik und ich habe durch ihn gelernt, dass Vanillelikör mit Cola das wohl abstoßendste Getränk ist, dass man jemals erfunden hat, dafür aber grüne Kürbisse mit Zucker etwas sehr Leckeres sind.

Er war immer da, die ganzen zwei Wochen in Südafrika und als wir am Flughafen waren, hatte ich den Mann schon vermisst, bevor er außer Sicht war.

Was hat es mit dem Stachel auf sich?

Das ist er, der Stachel.

Eines Tages, wir waren in einem stillgelegten Granitsteinbruch, kam Lawrence auf mich zugelaufen und streckte mir den Stachel entgegen. Ich bekomme seine genauen Worte nach sechs Jahren nicht mehr zusammen, aber er meinte etwas wie: »Du mochtest doch die Stachelschweine gerne, oder? Den habe ich gefunden, behalte ihn als Andenken.«
Das habe ich getan. Ich habe eineinhalb Wochen lang den Stachel eines Nagetiers im Gepäcknetz eines Busses transportiert, ihn mit nach Deutschland genommen und ihn seitdem immer in meiner Nähe gehabt. Der Stachel ist mittlerweile etwas lädiert, aber er ist noch da.

Wann immer ich mich wirklich schlecht fühle, nehme ich den Stachel und denke an Lawrence. Mit Sicherheit ist der Glaube an das Gute im Menschen keine Illusion. Der Stachel ist der Beweis.

Danke, Lawrence.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Besuch im Museum

Aloha

Ich war gestern zur Inspiration im Museum. Nicht in einem Kunstmuseum, wie einem das immer geraten wird, sondern in meinem persönlichen Lieblingsmuseum. Zweitliebstes, nach dem Pariser Naturkundemuseum, um genau zu sein. Ich war im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt.
Gestern hatte ich sogar ein wenig Glück, denn weil eine Veranstaltung im Erdgeschoss geplant war, war der Eintritt frei. Gut, dafür war auch das Erdgeschoss mit den Dinosaurier- und Walskeletten gesperrt, aber da ich hauptsächlich zu den Fischen und Wirbellosen (die leider zur Zeit ga rnicht inder Ausstellung sind) wollte, war mir das egal.

Warum ein Naturkundemuseum?

EinBewohner der Berge und Steppen

Zum einen finde ich Skelette inspirierender als Bilder, auch wenn das seltsam klingen mag. Ich habe mich schon als Kind für Knochen und insbesondere für Schädel interessiert, außerdem für Einteilung von Gegenständen in verschiedene Gruppen nach verschiedenen Kategorien. Aus diesen Interessen heraus habe ich dann auch bald angefangen, eigene Wesen zu entwickeln.
Ich habe mir vor einiger Zeit zum Ziel gesetzt, meine High-Fantasy-Welt bis auf wenige Ausnahmen mit eigenen Wesen zu bevölkern. Zu den Ausnahmen gehören die quasi-menschlichen Völker und alle Pflanzen und Kleintiere, die keine tiefere Bedeutung für irgendetwas haben. Alle anderen Tiere, Götter und vielleicht auch Pflanzen will ich mir selbst bauen.

Inspiration durch Realität


Anregungen für neue lustige Wesen findet man in einem Museum zu Hauf, sei es, um Fabelwesen aus Versatzstücken zusammenzusetzen, sei es, um ausgestorbene Tiere zu übernehmen. Daneben gibt es auch eine Reihe historischer Präparate, die einfach nur falsch dargestellt wurden und zu guter Letzt sind da die realen Tiere, die so unwirklich aussehen, dass man sie nur minimal abändern müsste, um neue Wesen zu erschaffen. Ein bisschen Spore, um die Gamer unter meinen Lesern anzusprechen.
  
Ein Bewohner der Wüste



Leider ist mir erst im Museum aufgefallen, dass ich meine Zeichenutensilien vergessen hatte. Daher habe ich fotografiert, was mein Handyakku hergegeben hat und werde mich dieses Wochenende daran setzen, noch mehr Wesen zu zeichnen. Ein paar, die ich allerdings mithilfe eines schönen alten Tierbuches zusammengebastelt habe, zeige ich euch in diesem Post auch. Ich bin einfach zu glücklich, dass der Malkurs, den ich mache, mir tatsächlich ein wenig geholfen hat, besser zu zeichnen. Irgendwann kriegen die Gestalten auch noch Farbe und mit Sicherheit werde ich versuchen, die Bilder in meiner Fantasy-Reihe unterzubringen.

Stand der Projekte


Was die anderen Projekte angeht: Mein Science-Fiction-Krimi ist durch die erste Überarbeitung durch und ich bin auf der Suche nach Testlesern. Der Nicht-Gangster-Roman ist fertig geschrieben und die Rohfassung ist für die Überarbeitung bereit. Bis zum Camp NaNoWriMo hoffe ich, dass beide Romane soweit fertig sind und ich die ersten Exposés rausgeschickt habe.

In diesem Sinne bis dann
Jo

P.S.: Ich war mit meiner Mutter in Kassel beim Hessischen Rundfunk beim Dreh von straßenstars. Darüber werdet ihr bestimmt auch bald mehr erfahren ^^

Mittwoch, 17. Februar 2016

Es passiert so rein gar nichts

Aloha

Ist es nicht hübsch? 

Das Cover zu meinem Sci-Fi Roman?

Ja, es passiert gar nichts. Das ganze Leben tröpfelt vor sich hin. Ich kann keine Berichte von meinem Fernstudium geben, weil ich nicht vorankomme. Ich kann keine Berichte von meinem Studium geben, weil auch da nichts passiert. Das Einzige, was ich zur Zeit tue, ist, meine Romane zu überarbeiten und dasselbe mit zwei Kurzgeschichten zu tun. Mindestens eine davon möchte ich sogar für eine Anthologie einriechen.

Die Andere werde ich ebenfalls einreichen, sollte sie lang genug werden. Ansonsten werde ich sie auf diesem Blog zum Lesen einstellen. Ich mag beide Geschichten, sie sind phantastisch und spielen in der realen Welt. Eine Art "Urban Fantasy" sozusagen, aber mit Wesen, die unbekannter sind als die üblichen Vampire, Zombies und Werwölfe.

Apropos "Urban Fantasy" und Vampire. Ich überlege, für Totes Blut eine Fortsetzung zu schreiben. Suchbaatar und Neil werden ein Ermittlerduo der ganz eigenen Art. Warum will ich das?

Leserbindung

 

Im Endeffekt liegt das an den Rückmeldungen, die ich von einigen Lesern bekommen habe. Jeder, der das Buch gelesen hat und mich anschließend kontaktierte, wollte mir mitteilen, dass er oder sie den Khan sehr gerne mochte. Ich selbst identifiziere mich zwar eher mit Neil, aber was soll's.

Jedenfalls bin ich bei meiner Recherche nach selten genutzten mythischen Wesen auf eine ganze Reihe von vampirähnlichen Dämonen, Göttern und Geistwesen gestoßen, die ich mir sehr gut in meinem kleinen Fantasy-Newmarket vorstellen kann. Neben den Vampiren und Menschen, die dort schon leben.

Davon abgesehen habe ich erst eines von zwei Projekten, das ich während des "Camp NaNoWriMo" angehen will. Warum also nicht einen zweiten Teil zu Neil und Sushi machen?

Andere Medien

 

Ansonsten widme ich mich neben dem Schreiben dem Projekt Gameatorium mit viel Euphorie, vor allem was das Erstellen von wirklich schlechten Let's Plays angeht. Warum bewerbe ich das hier? Nun, zwei der Spiele, die ich für das Projekt aufnehme, sind von mir selbst gebaut worden.

Sie sind jetzt etwa zehn Jahre alt und ein wunderbares Beispiel dafür, wie naiv man zu Beginn seiner Tätigkeit Geschichten erzählen konnte. Außerdem zeigen sie, dass man alles, wirklich alles, vor der Veröffentlichung einer Überprüfung und Überarbeitung unterziehen sollte. Während "Tale of Ancient Gods" noch Potential hat, war meine Rollenspiel-Umestzung von "Legends of Voccre Nagrut" eher sinnlos.

Ich meine, die Geschichte ist schon gut. Wenn man sie komplett einstampft und neu schreibt. Am schlimmsten finde ich persönlich übrigens die Dialoge. Ich bilde mir ein, dass ich mich in der Beziehung doch enorm verbessert habe. Vielleicht auch, weil ich im realen Leben kommunikativer geworden bin.

Außerdem bin ich wieder mehr im Kino unterwegs. Nach "The Revenant" war ich jetzt in "The hateful 8", den ich gar nicht so schlecht fand. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass ich in der Regel mit Tarrantinos Filmen nicht viel anfangen kann. Vermutlich m
mochte ich den Film aber genau deswegen.

Als nächstes steht "The Boy" auf dem Plan. Ein Horrorfilm mit Puppen. Ich weiß jetzt schon, dass mich das mindestens eine Nacht Schlaf kosten wird. Ich mag keine Puppen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bis zum nächsten Mal

Jo

Samstag, 6. Februar 2016

Das Genre

Aloha

So, endlich gibt es wieder etwas von mir zu hören. Blogspot und ich mögen uns wieder, aber mal sehen, wie lange das hält. Versprechen kann ich ja leider nichts.

Zum Thema


Ich bin bei Facebook in einer Autorengruppe mit der Frage nach Genres und Genremix konfrontiert worden. Da ich das Facebook Pseudo-Chat-System nicht besonders mag, insbesondere nicht für längere Ausführungen und Diskussionen, dachte ich, ich mache aus der Frage und meinen Überlegungen dazu einen eigenen Blogpost.
Der greift dann auch schön die Reihe zum organischen Aufbau einer Geschichte auf, irgendwo. Ich werde mich zumindest wieder an biologischen Vergleichen bedienen.

Genre und Gattung


Zunächst einmal: Was bedeutet das Wort Genre überhaupt?
Genre ist französisch und bedeutet schlicht Gattung. Hier haben wir schon mal das erste Problem, denn das Wort »Gattung« bezieht sich im deutschen Sprachgebrauch auf etwas anderes als das gleichbedeutende Wort »Genre«.
Von Gattungen spricht man im Allgemeinen, wenn man die Überkategorien meint, etwa »Roman« oder »Biographie«. Das Wort wird auch in anderen künstlerischen Bereichen (Musik, Film, Malerei) in ähnlicher Weise gebraucht. Es ist definiert und zudem ein nützliches Instrument, um ein Werk schnell und verlässlich und objektiv einzuteilen. Ein Roman ist etwas anderes als eine wissenschaftliche Abhandlung, da wird niemand widersprechen.

Aber was genau ist jetzt das »Genre«?


Als Genre könnte man jetzt die Unterkategorien bezeichnen, quasi die Art innerhalb der Gattung, um ein biologisches Bild zu nutzen.
Der Hund ist biologisch der »Canis lupus familiaris«. »Canis« ist die Gattung (Hunde), »Lupus« die Art (Wolf) und der Zusatz »familiaris« bezeichnet die Unterart oder in diesem Fall die Tatsache, dass der Haushund ein domestiziertes Tier ist.
Auf ein Buch bezogen hätten wir also den Aufbau: Roman Fantasy Urban, oder eben »Urban-Fantasy Roman«. Dies ist vor allem ein Hilfskonstrukt für Leser und Verleger. Auf diese Weise werden innerhalb der Gattung unterschiedliche Schubladen geschaffen, die sich immer weiter verfeinern lassen. So ist es für den Verleger einfacher, den Marktwert eines Werkes einzuschätzen und für den Leser, etwas zu finden, das seinem Lesegeschmack entspricht, ohne sich lange mit Klappentexten und Leseproben herumärgern zu müssen.

Das Problem


Das Problem liegt beim Genre ähnlich gelagert wie bei der biologischen Art. Es gibt keine Einigkeit, wie ein Genre abzugrenzen ist, da es keine feste Definition gibt. Wenn man zum Beispiel Wikipedia fragt, wird man erfahren, dass die oben genannten Begriffe »Roman«, »Biografie« und »Abhandlung« bereits Genres sind, und zwar unter den Gattungen »Epik« beziehungsweise »Sachliteratur«.
Das oben als Genrebeispiel genannte »Urban Fantasy« wäre dann das Subgenre »Urban« im Subgenre »Fantasy« im Genre »Roman« in der Gattung »Epik«. Wieder andere Betrachtungsweise sehen »Urban Fantasy« als Genre gleich neben »High Fantasy«, »Low Fantasy«, »Science Fantasy« und »Science Fiction«. Hola. Kompliziert.

Noch schlimmer


Dazu kommt noch die Möglichkeit, Genres zu vermischen, ohne das man von einem Genremix sprechen muss. So beschreiben Genres (Oser Subgenres) wie Kriminalroman, Liebesroman, Erotikroman, Familienroman, Horror und Thriller zum Beispiel eine bestimmt Erzählform, die sich durch verschiedene Elemente und Regeln auszeichnet. Die Geschichten sind zwar meistens in der realen Welt angesiedelt (viele im hier und jetzt), müssen aber nicht zwangsläufig dort spielen.
Dagegen beschreiben Genres wie Science Fiction, Fantasy (mit ihren Unterkategorien), Phantastk und historischer Roman das Setting der Geschichte, aber nicht die Handlung.
Ein »Urban Fantasy Kriminalroman« mit einem Werwolf als Detektiv im heutigen Kapstadt wäre demnach ein Genremix, da er sich im Namen der Genres »Krimi« und »Fantasy« bedient, allerdings wäre er im strengen Sinne eben keine Mischung, da die Bezeichnungen »Urban Fantasy« und »Krimi« vollkommen unterschiedliche Aspekte des Textes betonen und somit eine viel feiner Einteilung zulassen.

Fazit


Ziel der Frage auf Facebook war es, herauszufinden, was Leser und Autoren von den Genre-Begriffen halten, wie es mit den Genremischungen steht und ob das Konstrukt überhaupt hilfreich ist.
Ich persönlich halte von Genres in der Literatur relativ wenig, da ich selbst auf den Klappentext achte. Wenn ich allerdings Bücher für andere Leute kaufe, ist es tatsächlich praktisch, grobe Anhaltspunkte zu haben. Allerdings sollte man davon abkommen, dass ein »historischer Roman« und ein »Thriller« sich ausschließende Genres sind, ein »historischer Thriller« demnach ein Genremix ist.
Wie oben dargelegt, vergleicht man in dem Fall Äpfel mit Birnen, denn das eine Genre beschreibt ein Setting, das andere die Handlung.

Was sagt ihr dazu? Was haltet ihr von dem Einteilungswahnsinn, dem die Menschen gerne verfallen? Kauft ihr nach Genre? Wenn ja, nach handlungs- oder nach settingorientiertem Genre?