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18 März 2016

Bloggeralphabet - F wie Foren


Aloha

Anne Schwarz hat auf ihrem Blog neontrauma eine schöne Aktion gestartet, und zwar das "Blogger Alphabet". Dort wird alle zwei Wochene in neuer Buchstabe mit einem dazugehörigen Thema ausgegeben und los geht die fröhliche Blogparade.
Mit den bisherigen Themen konnte ich persönlich wenig anfangen, dafür liegt mir der aktuelle Buchstabe besonders am Herzen. Vom 14.3. bis zum 27.3. dreht sich nämlich alles um Foren. Internetforen, um genau zu sein.

Wie ich zum Netz kam

Foren haben für mich eine besondere Bedeutung, den sie hängen direkt mit dem Anfang meiner Internetzeit zusammen. Neben all den lustigen Sharing-Börsen, die damals noch so etwas Ähnliches wie halblegal waren und Websites über die Themen, die mich damals am meisten interessiert haben (Pokémon, Digimon, B’tX und Saint Seiya), waren Internetforen die wichtigste Anlaufstelle für mich.
Zum einen lag es daran, dass wir sehr früh bei uns zu Hause Internet hatten und es so Dinge wie MSN und ICQ noch nicht gab, zum anderen konnte ich die Messenger auch dann nicht nutzen, als es sie gab, da wir sehr lange, eigentlich bis zum Ende der Hardwareproduktion, Amigas statt PCs hatten. Nostalgischer Moment. Danke.

Ich habe mich also verdammt viel in Foren herumgetrieben und war da, ganz im Gegensatz zu meinem realen Leben, sehr kommunikativ und wenig schüchtern. Über die Foren bin ich auch, mehr oder weniger direkt, zum Schreiben gekommen. Nicht nur, weil man einen Forenbeitrag allgemein umfangreicher gestaltet als eine Nachricht in einem Chat oder bei Facebook. Dabei sei angemerkt, dass Facebook, egal wie oft das behauptet wird, kein Forum ist, sondern eine Chatplattform mit Datenspeicher. Für ein Forum herrscht in der Reihenfolge der Beiträge einfach zuviel Chaos und es fehlt eine Suchfunktion, aber das nur nebenbei.

Rollenspiele

 

Nein, ans Schreiben kam ich über die sogenannten Rollenspielforen. Ich habe schon vorher geschrieben, vor allem Fanfictions zu Videospielen. Gut, damals hieß das noch nicht Fanfiction, das kam ja auch erst mit dem Internet auf, aber egal. Das Interesse am Schreiben und an Rollenspielen fielen aber plus-minus zusammen, was vermutlich an einer Pokémon-Fansite mit Fanfictions lag. Die Seite existiert heute nicht mehr, sie hat mich aber, wenn mich nicht alles täuscht, zu meinem ersten Forum geführt, dem DreamStar.

Damals hatte das DreamStar noch eine große, brummende Rollenspielsektion, an der ich mich beteiligt habe (heute existiert das Forum nicht mehr). In aller Regel waren es Rollenspiele zu bekannten Filmen, Serien und Manga und ich habe einfach meine Fanfiction-Charaktere genutzt. Nachdem ich mich etwas eingelebt hatte, habe ich mit »Lionheart« auch ein eigenes Rollenspiel gestartet, dass interessanterweise meine Zeit am DreamStar überlebt hat.

Weltenstadt

 

Etwas weiter ausschweifend war das Weltenstadt-Forum, auf das mich eine Freundin gebracht hat. Hier war das gesamte Forum ein durchlaufendes Rollenspiel in einer offenen Welt. Die Idee an sich fand ich immer gut, aber ich habe es nicht lange ausgehalten. Zum einen waren die Regeln relativ streng und entsprachen zu weiten Teilen nicht denen, die ich aus dem DreamStar kannte, zum anderen war mir die Community schon zu eingespielt. Ich bin lieber in den kleineren, offeneren Foren geblieben.

Das DreamStar ist mir irgendwann dann verloren gegangen. Wortwörtlich. Ich hatte die Adresse falsch notiert und früher gab es so was wie Browserverlauf speichern zwar auch, aber das war alles komplizierter als heute. Zumindest auf unseren Rechnern. Ich hatte also einen Tippfehler und statt in meinem Lieblingsforum landete ich plötzlich auf einer Pornoseite. Daraufhin habe ich mir ein neues Forum gesucht, das Comics in Leipzig. Als ich mich da aufgrund der immer abstruseren Regeln auch nicht mehr wohlgefühlt hatte, bin ich schließlich an das Masters gekommen, wo ich heute noch bin.

Fazit

 

Ich habe jetzt nur grob meine wichtigsten Stationen aufgezählt und die Foren zu anderen Themen außen vor gelassen. Ich habe im Laufe meiner Internetzeit viele Foren gesehen und mich immer gerne dort beteiligt. Die Umstellung auf soziale Medien und Blogs ist mir schwergefallen, auch, weil gerade bei Facebook und Co. viel zu viele Leute sind, die glauben, sie hätten vom Umgang mit Menschen im Internet Ahnung, die aber nicht in der Lage sind, vernünftige Diskussionen zu führen.
Ich glaube an die Foren, wenigstens als Spartenprodukt, und wäre traurig, wenn sie ausstürben (Yeah, Konjuktiv ;-) ).

Vielleicht bin ich in der Beziehung altmodisch. Fakt ist aber, dass ich über die Foren viele Leute kennengelernt und sogar einige gute Freunde gefunden habe. Sehr gute Freunde. Beste Freunde. Solche Dinge funktionieren sicher auch über Facebook, Google und Co, aber anders. Die sozialen Medien bevorzugen wie auch das reale Leben extrovertierte, laute Typen. In Foren kommen die stillen Denker eher zum Tragen. Alles hat Vor- und Nachteile.

Ich danke hiermit den Foren, die es gab und gibt dafür, dass sie mir im Leben geholfen haben, mich mit Freunden zusammengebracht haben und nicht zuletzt zwei wunderschöne Wochen in Bulgarien bescherten, ein Land, dass ich ohne eine Forenbekanntschaft nie besucht hätte.

Danke, Foren, auf dass ihr als Totgesagte auf ewig weiterleben werdet!

16 März 2016

Blogparade: Gaming - Nur was für Nerds?



Aloha

Ich werde diesen Post parallel auf beiden Blogs veröffentlichen, also hier und auf gameatorium, da ich ja nun einmal ein und dieselbe Person bin und da auch keinen Hehl draus mache. So viel nur dazu.

Die Blogparade wurde von Die Prüfkiste ins Leben gerufen und dreht sich, wie der Titel schon sagt, ums Zocken. Natürlich muss ich mich da einklinken, denn ich bin leidenschaftliche Zockerin. Vielleicht sogar etwas zu leidenschaftlich, aber das hat seine Gründe.

Von Kleinauf

 

Ich war ein schüchternes Kind, vielleicht war das der Grund, warum ich schon früh zu Computern kam. Vielleicht lag es auch daran, dass meine Eltern geschieden waren. Mein Vater besaß einen Computer, einen Amiga 500+, und meine Mutter fand Computerspiele gleichzeitig absolut dumm und überflüssig. Die Situation führte dann dazu, dass ich neben meinem Vater auch (vielleicht eher vor allem) seinen Computer glorifiziert hatte. Erschwerend kam hinzu, dass alle meine Freunde Gameboys und Nintendos hatten, nur ich nicht, weil meine Mutter das ja, wie gesagt, dumm fand.

Meine ersten Spiele waren alte Adventures von LucasArts gewesen, zusammen mit den Gianna Sisters. Ja, dieses Spiel mit dem großen Rechtsstreit mit Nintendo, wo noch immer gemunkelt wird, dass Nintendo geklaut hat, aber den Prozess gewann, weil sie mehr Geld hatten. Ich habe da keine Meinung zu, außer der, dass offensichtlich einer den anderen dreist kopiert hat. Wer wen ist mir egal, ich mag Jump’n’Runs auch nicht besonders.

Adventures, diese interaktiven Geschichten, sind dagegen bis heute mein Lieblingsgenre, weit vor anderen storylastigen Spielen. Rollenspiele, Strategiespiele und Simulationen schließen sich aber direkt an und schon als kleines Mädchen von fünf Jahren hatte ich viel Spaß an Risiko und Battle Isle.

Lionheart und das Schreiben

 

Über Videospiele bin ich auch zum Schreiben gekommen, mehr oder weniger. Meine großen Vorbilder aus dem Fernsehen waren lustigerweise schon immer Schriftstellerinnen gewesen und ich habe auch immer gerne Geschichten erzählt. Richtig los ging es mit dem Schreiben aber tatsächlich erst mit »Lionheart«, einem Jump’n’Run der Firma Thalion. Es war das letzte Spiel der Firma, die aufgrund von Raubkopien bankrott ging. Auch das gab es in den Neunzigern schon.

Dem Spiel lag jedenfalls eine Anleitung bei, in der eine kurze, etwa dreiseitige Vorgeschichte abgedruckt war, wie der Protagonist Valdyn überhaupt zu seiner Aufgabe gekommen war. Diese Geschichte und das unglaublich schwere, aber erstaunlich storylastige Spiel, haben mich dazu bewogen, die Geschichte selbst aufzuschreiben. Die Vorgeschichte habe ich noch weiter ausgebaut, den Speilverlauf und Valdyns Ängste und Gedanken beschrieben. Später wurde er zu einem wichtigen Helden, die Geschichte des ganzen Landes ging weiter. Ich habe ihm Figuren aus anderen Spielen als Freunde an die Hand gegeben.

Irgendwann hat sich Valdyn dann verselbstständigt und die Pfade seiner Herkunft verlassen, heute ist von dem Fanfictioncharakter wenig übrig, dafür hat er mich zu einer ganzen Menge neuer Figuren geführt. Viel wichtiger war aber, dass er mir gezeigt hat, dass man Geschichten schrieben kann, die länger als zweioder drei Seiten sind. Lionheart hat den Berufswunsch in mir gefestigt und nur deswegen sitze ich vermutlich hier und schreibe überhaupt irgendetwas auf.

Pokemon und das Leben

 

Ein weiteres Spiel, das den Verlauf meines Lebens ebenso beeinflusst hat wie Lionheart, war die Pokémon-Serie. Wie schon erwähnt, war und bin ich eher ein introvertierter Typ und hatte schon immer viel mit Mobbing zu kämpfen. Das steigerte sich noch, als ich von der Realschule auf das Gymnasium gewechselt bin. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch genau eine Freundin, die aber auf der Realschule geblieben war. Die Freundschaft verlief sich dann leider auch mit der Zeit und im siebten Schuljahr stand ich alleine da. Ein junges Mädchen gegen den Rest einer sehr feindlichen Welt.

Der einzige Lichtblick war die Tatsache, dass wir mittlerweile 1999 hatten und Pokémon auf den Markt kam. Ich hatte in der Zeit im Gymnasium mehr und mehr Zeit mit meinem Gameboy verbracht und war durch eine Zeitschrift auf das Spiel aufmerksam geworden. Ich habe mich, nachdem ich das Spiel hatte, regelrecht in diese Welt geflüchtet, bis hin zum Realitätsverlust. Es kamen damals einfach so viele Dinge zusammen.

Aber Pokémon hatte etwas Gutes. Da ich zu dem Zeitpunkt noch kein N64 besaß, aber gerne die Konsolenableger spielen wollte, trieb ich mich in meiner Freizeit bei einem Kaufhaus in der Stadt herum. Dort fand ich vor dem Ausstellungsgerät tatsächlich eine neue Freundin, mit der ich viel Zeit verbrachte. Leider hat sich der Kontakt heute auch etwas verlaufen.

Daneben hat Pokémon mir direkt und indirekt noch mehr Freunde aus ganz Deutschland und sogar in Bulgarien gebracht. Ich kann also nicht unterschreiben, dass man durch Videospiele in irgendeiner Form soziopathisch oder soziophob werden würde, um Gegenteil. Gerade ich als introvertierter Mensch habe gelernt, mich dadurch zu öffnen. Auch und vielleicht vor allem, weil ich als Mädchen an einer Mädchenschule mein doch eher seltenes Hobby ständig verteidigen musste.


Mortal Kombat und die Wut

 

Das Mobbing hatte noch ein anders Problem mit sich gebracht, bei dessen Bewältigung mir Videospiele geholfen haben: Wut und Aggression.

Vornehmlich war ich gegen mich selbst aggressiv, aber zumindest mit Worten und meinem Verhalten konnte ich auch verletzend auf andere Menschen reagieren. Außerdem hatte ich lange einen tiefen mörderischen Drang in mir, vor allem gegen die Leute, die mich gemobbt haben. Ich glaube, das ist normal, aber sicherlich muss man lernen, diesen Drang zu beherrschen. Auch dabei haben mir Videospiele geholfen, und zwar ausgerechnet solche, denen man gerne nachsagt, dass sie Teenager zu Gewalttätern machen.

Ich bin bekennender Mortal Kombat Fan und vergleichsweise gut in diesem Spiel. Als Frau. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen sehe ich die Sache mit den »gewaltverherrlichenden Spielen« auch sehr differenziert. Ich hatte ein hohes Aggressionspotenzial, dass ich mit brutalen Spielen, die eine hohe Reaktionsfähigkeit und Auffassungsgabe erfordern, gut in den Griff bekommen habe. Wenn ich heute so wütend bin, dass Laufen nicht hilft, schalte ich ein Prügelspiel an.

Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die gleiche Situation bei einem anders gepolten Menschen dazu führt, dass er irgendwann aus dem Spiel nicht mehr herauskommt und es mit in die Realität nimmt. Dafür kann aber das Spiel nichts, die Situation, die das Verhalten soweit hat eskalieren lassen, liegt immer früher im Leben als das exzessive Zocken. Solange die Leute sich selbst mit ihrer Realitätsflucht kaputt machen, kommen die Medien ja auch nicht auf die Idee, ihren Hilfsmitteln die Schuld zu geben.

»Alkohol treibt Mann in den Selbstmord« habe ich zumindest noch nie als Schlagzeile gelesen.

Fazit

 

Sorry erst mal für diesen langen Post, aber wie man sieht, ist das ein Thema, das mich sehr bewegt. Vor allem, weil Spieler immer noch falsch bewertet werden. Dabei gibt es mittlerweile kaum noch Leute, die keine Videospiele spielen. Selbst, wenn man mit Elder Scrolls, Counter Strike, Sims und Street Fighter nichts anfangen kann: Ganz viele Leute spielen Dinge wie Candy Crush auf Facebook oder ihrem Handy. Gamer sind keine schmierhaarige Minderheit in dunklen Kellerräumen mehr.

Vor allem rasten wir nicht irgendwann grundlos aus, kaufen uns ein Gewehr und erschießen wahllos Leute. Oder mauern sie ein, weil wir Tetris statt Call of Duty spielen.

Videospiele können großartige Geschichten erzählen, auf eine ganz andere Weise als ein Film oder ein Roman. Sie sind ein Zwischending zwischen diesen beiden Medien. Und sie können Leben verändern, positiv wie negativ.

Vielleicht spiele ich ein bisschen mehr, als gesund für mich wäre, das mag sein. Aber die Spiele haben mir eine breite, offene Weltsicht beigebracht, sie haben mir Freunde beschert, die ich im »echten Leben« nie gefunden hätte, sie haben mir meinen Weg gezeigt und mich mehrmals von Mord und Selbstmord abgehalten.

Ganz davon abgesehen, ist Spielen ein Grundzug des Menschen. Spielen ist ein Zeichen von Lernen und je länger die Spielphasen andauern, desto intelligenter ist angeblich die spielende Spezies. Das klingt doch alles ganz brauchbar, oder nicht?
Alles Gute
Jo

29 Februar 2016

Blog Parade: Lieblingsdinge

Ein außergewöhnliches Souvenir


Ich bin durch die Google+ Communities auf die Blogparade von Herrn Kussin auf seinem Blog Sprachrhythmus aufmerksam geworden. Er hatte aufgerufen, die Geschichte eines Lieblingsdings zu beschreiben. Ich habe auf diese Weise einige interessante Geschichten gefunden und möchte nun, so kurz vor Schluss, meine eigene mit einreihen. Es geht um ein Souvenir von meiner Exkursion in Südafrika.
 

Souvenirs


Ich habe eine Menge Sachen aus Namibia und Südafrika mit nach Deutschland gebracht. Allen voran Reste von rotem namibischem Sand in sämtlichen Schuhen und Kleidungsstücken. Das Wichtigeste für mich ist allerdings der Stachel eines Stachelschweins. Das liegt nicht daran, dass ich eine besondere Begegnung mit einem dieser Tiere gehabt hätte, denn Stachelschweine gehörten zu den Tieren, die wir nicht zu Gesicht bekommen haben, sondern an der Art, wie ich den Stachel bekommen habe.

Lawrence


Wir hatten in Südafrika zwei Busfahrer, einer von ihnen trug den Namen Lawrence und war wirklich bemüht, uns sein Land näher zu bringen, und interessiert an allem, was wir über Deutschland, über Biologie und über Geologie zu erzählen hatten. Vor allem war Lawrence aber interessiert an den Menschen, die er den ganzen Tag in seinem Bus durch die Drakensberge und die Umgebung von Pretoria und Johannesburg kutschiert hat.

Ich fühlte mich zu dem Zeitpunkt trotz oder gerade wegen der vielen neuen Eindrücke depressiv und einsam. Ich war einerseits überwältigt von der Landschaft und den unglaublich offenen und freundlichen Menschen überall, andererseits hatte ich nach drei Wochen Afrika und einer Menge Stress mit Dozenten und Kommilitonen einfach nur Heimweh.

Ich weiß nicht, ob und wenn ja, woran Lawrence gemerkt hat, dass ich ein wenig Unterstützung gebraucht habe, aber er hat sich mich offensichtlich als Lieblingsfahrgast auserkoren. Wann immer wir abends zusammengesessen hatten, kam er zu mir und hat mich aufgefordert, mich mehr einzubringen. Er hat mir einige Kleinigkeiten über die Kultur Südafrikas beigebracht, wir hatten anregende Diskussionen über Natur und Politik und ich habe durch ihn gelernt, dass Vanillelikör mit Cola das wohl abstoßendste Getränk ist, dass man jemals erfunden hat, dafür aber grüne Kürbisse mit Zucker etwas sehr Leckeres sind.

Er war immer da, die ganzen zwei Wochen in Südafrika und als wir am Flughafen waren, hatte ich den Mann schon vermisst, bevor er außer Sicht war.

Was hat es mit dem Stachel auf sich?

Das ist er, der Stachel.

Eines Tages, wir waren in einem stillgelegten Granitsteinbruch, kam Lawrence auf mich zugelaufen und streckte mir den Stachel entgegen. Ich bekomme seine genauen Worte nach sechs Jahren nicht mehr zusammen, aber er meinte etwas wie: »Du mochtest doch die Stachelschweine gerne, oder? Den habe ich gefunden, behalte ihn als Andenken.«
Das habe ich getan. Ich habe eineinhalb Wochen lang den Stachel eines Nagetiers im Gepäcknetz eines Busses transportiert, ihn mit nach Deutschland genommen und ihn seitdem immer in meiner Nähe gehabt. Der Stachel ist mittlerweile etwas lädiert, aber er ist noch da.

Wann immer ich mich wirklich schlecht fühle, nehme ich den Stachel und denke an Lawrence. Mit Sicherheit ist der Glaube an das Gute im Menschen keine Illusion. Der Stachel ist der Beweis.

Danke, Lawrence.